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Gehorche!

Submitted on Mon, 02/08/2021 - 13:18

Wir sollen nicht denken, sondern folgen 1. Exponentielle Vermehrung in Zeiten von Corona - am Beispiel des CT-Wertes.


 

In einem Kommentarbereich zum Thema COVID-19, in Antwort auf einen Kommentar, der die Validität der Daten in Frage stellte, war folgender Eintrag zu finden, der die Gefahr der exponentiellen Vermehrung verdeutlichen sollte:

„Eine Teichpflanze verdopple sich jeden Tag. Der Teich sei nach 248 Tagen ganz zugewachsen. Wann ist er halb zugewachsen?“

Die Antwort wurde auch gleich mitgeliefert: Nein, nicht etwa nach 124 Tagen, wie es der typische Corona-Leugner annehmen würde, sondern nach 247 Tagen.
 

Dieses kleine Rätsel hat mich zu einem Gedankenspiel angeregt

Nehmen wir einmal an, die Teichpflanze, die am Anfang vielleicht einen halben Quadratmeter bedecke, habe ein Abtropfgewicht von 2 Kilogramm. Man könnte auch mit 2 Gramm anfangen, aber dann wäre die Gefahr zu groß, daß sie aufgefressen wird, bevor sie sich erstmalig verdoppeln kann.

Nach einem Tag ist die Pflanze also doppelt so groß, nach 2 Tagen 4 mal so groß, nach 10 Tagen hat sie eine Masse von rund 2 Tonnen (also ein Faktor von 210 oder rund 103 je 10 Verdopplungen). 

Nach hundert Tagen sind es also 2 kg * 10(10 x 3) = 2 * 1030 kg – was der Masse der Sonne inklusive aller Planeten unseres Sonnensystems entspricht.

Hat die Pflanze bis dahin noch alle logistischen Probleme gemeistert, so wird es im nächsten Schritt schwieriger – das nächste Sonnensystem ist 4 Lichtjahre von uns entfernt. Niemand aber ist schneller als das Licht, außer Lucky Luke.

Wächst die Pflanze (wie im eingangs erwähnten Rätsel postuliert) trotzdem unvermindert weiter – vielleicht dank einiger Wurmlöcher zu fernen Welten – so erreicht sie nach 140 Tagen die Masse unserer Galaxie, weitere knapp 40 Tage später die des sichtbaren Universums.

Sollte der Teichpflanzen-Tsunami gerade noch realistische 10% der Lichtgeschwindigkeit erreichen, so wäre nach 180 Tagen die gesamte Masse des Universums im Umkreis von 18 Licht-Tagen vereint, sofern man dann noch die gewohnten physikalischen Einheiten zugrunde legen kann.

Im nächsten Schritt kollabiert das Ganze unter der eigenen Schwerkraft und dann geht in unserem Universum das Licht aus. Die richtige Antwort auf das eingangs erwähnte kleine Rätsel lautet also:

Es gibt keinen Tag 248.

So schrecklich ist die exponentielle Vermehrung!


 

Ein anders Beispiel - diesmal aus der täglichen Realität - sind die PCR Tests auf COVID-19

Nun habe ich seit fast 30 Jahren in keinem Labor mehr gestanden, doch ein wenig Suche im Internet hat geholfen. Die PCR-Tests laufen grob skizziert und etwas verkürzt so:

Die Viren-RNA (bzw. einer der spezifischen RNA Teilstränge) im Abstrich wird zunächst in DNA umgewandelt. Diese kann nun vermehrt werden, indem man sie immer wieder erst spaltet, und anschließend bei gegebener Temperatur und in Gegenwart eines geeigneten Enzyms (und eines Viren-spezifischen Starters) wieder die komplementären Basenpaare anlagert, darunter auch solche, die nach Bindung an die DNA fluoreszieren.

Jeder Schritt aus Spalten/Anlagern entspricht somit einer Verdopplung der DNA Menge, einem Cycle. Es wird verdoppelt, bis ein Signal gemessen werden kann. 10 Verdopplungen entsprechen dabei wie im vorherigen Beispiel rund drei Zehnerpotenzen. Die Schwelle, ab der die Fluoreszenz gemessen werden kann, ist der Threshold (Schwellwert). Daher die Bezeichnung CT.

Abhängig vom Testkit hat man bisher bei Corona-Viren bei einer Messbarkeit nach 30 Verdopplungen – also CT 30 - eine sehr geringe Infektiosität angenommen, und dies auch nur dann, wenn die getestete Person Symptome zeigte.

Kann die Fluoreszenz erst 3 oder 4 Verdopplungen später gemessen werden, sozusagen nach einer weiteren 8 bis 16-fachen Vergrößerung, so entspricht das einem CT Wert von 33 oder 34. Das wurde bisher als RNA-Krümel interpretiert, die vielleicht eingeatmet wurden oder vom eigenen Immunsystem ausgesondert worden sind. Von solchen RNA-Bruchstücken geht nach vorherrschender Meinung keine realistische Gefahr aus.


 

Nach den bisherigen WHO-Richtlinien zu COVID-19 wurde bis Mitte Januar abhängig vom Testkit mit bis zu 40 Zyklen gearbeitet, um einen positiven Nachweis zu erhalten. Das sind von CT 30 ausgehend weitere 3 Zehnerpotenzen. Dabei ist - nach den Daten aus Großbritannien etwa ein Viertel der positiven Tests bei CT-Werten von über 30 erfolgt, die Hälfte bei über 25 2.

Das volle Outbreak-Programm wurde also gestartet, wenn bei einer Person 1 Promille der Menge an RNA im Nasensekret nachweisbar ist, bei der gerade noch einige Viren vorhanden sein könnten - oder etwa ein Prozent dessen, was bisher als Überreste angesehen wurde.

Nun hat die WHO um den 21.Januar 2021 die Spielregeln geändert. Nachweise sollen nun wie vor der Pandemie nur noch bis maximal 30 Cyklen / CT30 angenommen werden3. Und - Oh Wunder - die gemeldeten Neuinfektionen sinken weltweit.

 

Schade, daß in Deutschland zu der gemeldeten Zahl der Corona-Toten (beispielsweise nach Massenimpfungen in Altenheimen) und -Infizierten nicht auch die CT-Werte der Messungen mitgeliefert werden. Es ist daher für Politik, Öffentlichkeit und auch für Fachleute technisch unmöglich, die Fallzahlen einigermaßen sinnvoll zu interpretieren.

Aber ist das nicht ein ausgezeichneter Grund, wieder ganz auf staatliche Autorität zu vertrauen? Und natürlich auf unsere staatlichen und halbstaatlichen Medien, die dem Bürger nach eigener Aussage immer wieder gerne dabei helfen, die Fakten richtig einzuordnen?

So beängstigend ist das Corona-Management der Bundesregierung.

 


Quellen

  1. Wie das BMI in der deutschen Bevölkerung bewußt die Angst geschürt hat: Beitrag in der Aargauer Zeitung.
  2. Aus den Zahlen aus UK Viral load in community SARS-CoV-2 cases (herunterladbare pdf-Datei, Seite 21) ergibt sich ungefähr ein Viertel, bei denen das positive Ergebnis bei CT >30 gemessen wurde, etwa 50% liegen zwischen 9/2020 bis 12/2020 über dem möglicherweise vernünftigeren Grenzwert von 25. Eine ähnliche Verteilung zeigen die Daten aus den USA (Fig.1).
  3. Reuters Faktencheck: Die Aussage stimmt so nicht und die meisten Fälle liegen ohnehin unter der CT-30 Schwelle (korrekt - siehe Punkt 2)
  4. DWN Beitrag vom 8.4.2021

 


Sonstige Links zum Thema

  • Deutschland: Massiver Anstieg von Todesfällen seit Impfbeginn - mit Zahlen des RKI und darauf basierender Grafik von Martin Adam auf Report24
  • Infektion in Heimen trotz Impfung
  • UK, Israel: Mehr Fälle und Todesfälle seit Impfbeginn - man beachte den parallelen Verlauf von Impfungen und Todesfällen
  • Grenznutzen bei stärkeren Restriktionen fraglich: US-Studie
    Hier könnte man auch noch einmal auf das Pareto-Prinzip hinweisen.
  • Rabbi Chananya Weissmann: 31 Reasons Why I Won't Take the Vaccine
  • Die Webseite des IGES Institutes zum Thema Corona ist eine wichtige Informationsquelle für die Medien.
    Öffnet man die Webseite, dann fällt als erstes auf, daß die eigene CPU-Auslastung drastisch ansteigt. Startet hier ein Krypto-Miner?
    Im Beitrag vom 26.3.2021 spricht sich der Betreiber für die Beschleunigung der Impfungen aus, weil mit den durchschnittlich ca. 8% Erstimpfung (bei 3% Wirksamkeit der Erstimpfung) und unter 2% Zweitimpfung (man lege die beiden Grafiken geeignet übereinander) der Rückgang des Inzidenzwertes um 2/3 zwischen KW 1 und KW 5 ausreichend erklärt sei, was als Vorbild für Deutschland zu dienen habe .
    Mit rund 2% wirksamer Zweit-Impfung plus 2 Promille wirksamer Erstimpfung (bei einer Quote von rund 70%, die sowieso immun waren) dann einen Rückgang der Inzidenz von 2/3 zu erklären scheint mir etwas schwer nachvollziehbar. 
    Mit verringerten maximalen Zyklen ist der drastische Rückgang allerdings wohl auch nicht zu erklären, denn gerade im UK sei der mittlere CT-Wert (der als infiziert geltenden Personen)(?) seit September 2020 konstant geblieben (und natürlich ebenso die Streuung). 4

Vitamin D

  • Queen Elizabeth Hospital: "Starke Korrelation" mittlerer Vitamin D Spiegel mit Covid-19

  • Iranische Studie zu intensivmedizinischer Betreuung bei Covid-19, erklärt auf heise.de 
    • Niedriger Vitamin D Spiegel -> langer Aufenthalt und hohe Sterblichkeit
  • Zusammenfassung älterer Studien zum Thema Vitamin D vom Bundesinstitut für Risikobewertung:

    • Gegenüberstellung Serumwerte in nmoll und ng: 1 mol sind ca. 400 g.
    • Saeglitz: 20% der geriatrischen (hinfälligen) Patienten haben Level von >=50 nmol/l (bzw. 20 ng/ml)
    • GISELA: 80% der gesunden Senioren haben Level von >=50 nmol/l
    • Risikogruppen:
      • Menschen mit dunkler Hautfarbe
      • Menschen, die aus religiösen oder kulturellen Gründen nur mit gänzlich bedecktem Körper nach draußen gehen
      • Menschen, die sich kaum oder gar nicht im Freien aufhalten
  • Zum Einfluss von Vitamin D auf den Verlauf intensiv-medizinischer Betreuung:

    • (google) Relationship of Serum Vitamin D Level with the Outcome in ICU